20 Jahre Möbelhalle
Mit der MöbelHalle erfüllt der DRK-Kreisverband Böblingen seit nunmehr über 20 Jahren sein satzungsgemäßes soziales Ziel, langzeitarbeitslosen Frauen und Männern im Rahmen von sinnvoller Beschäftigung, Qualifizierungsmöglichkeiten sowohl in fachlicher als auch in persönlicher Hinsicht zu bieten. Durch diese Maßnahmen soll dem Personenkreis die Reintegration in den ersten Arbeitsmarkt ermöglicht werden.
Durch die Umstellung der MöbelHalle zur gGmbH im Juli 2003 konnten effizientere Strukturen und kostengünstigere Leistungen angeboten werden, die den Fortbestand der Einrichtung zusätzlich sicherten. Die Ziele sind für die beschäftigten Langzeitarbeitslosen nach wie vor unverändert, d.h. dass auch bei der gGmbH der Gedanke der Qualifizierung und der Vermittlung auf den 1 .Arbeitsmarkt im Vordergrund steht.
Das Team der MöbelHalle setzt sich aus dem Leitungsteam und weiteren acht Fachkräften zusammen, die für die Anleitung und Qualifizierung in den Bereichen Schreinerei, Lager, Verkauf, und Disposition zur Verfügung stehen. Die verschiedenen einzelnen Bereiche müssen stets miteinander kooperieren und bilden so wiederum ein vernetztes großes Team, das gemeinsam an der Umsetzung der Ziele beteiligt ist.
Neben den Zuschüssen, die die MöbelHalle zum größten Teil von der ARGE/AA Böblingen erhält, finanziert sie die Aufgabe der Qualifizierung und Reintegration durch die eigene Arbeit. Aufgrund ihrer Aufgabenstellung kann die MöbelHalle Waren und Dienstleistungen anbieten, die dazu beitragen, diese Arbeit zu finanzieren und darüber hinaus auch helfen weitere sozialpolitische Ziele zu erfüllen.
Als Ergebnis ihrer Qualifizierungstätigkeit präsentieren die langzeitarbeitslosen Frauen und Männer gemeinsam mit den anderen Mitarbeitern auf über 2000 qm Verkaufsfläche, ein ständig wechselndes Angebot von Möbeln. Dieses setzt sich aus Möbelspenden der Bevölkerung, die in der Schreinerei aufgearbeitet und gereinigt werden, sowie aus günstigen Neumöbeln und Möbeln aus eigener Herstellung zusammen, die alle Wohnbereiche abdecken.
In der eigenen Schreinerei werden Küchenzeilen und Einbauküchen nach Maß angefertigt sowie Schreibtische, Kleiderschränke und Betten.
Zur Zielgruppe der MöbelHalle zählen arbeitslose Frauen und Männer, die Empfänger von Arbeitslosengeld II sind und verschiedene Vermittlungshemmnisse mit sich bringen. Bei Mitbürgerinnen mit Migrationshintergrund sind es oft die unzureichenden Deutschkenntnisse oder fehlende bzw. nicht übersetzte Zeugnisse. Ebenfalls schwer auf dem Arbeitsmarkt integrierbar sind Frauen und Männer ohne Berufsausbildung sowie Berufsrückkehrer. Diese Menschen entstammen oft einem sozial schwachem Umfeld, der durch geringe finanzielle Mittel und damit häufig verbundenen Schulden oder anderer Probleme gekennzeichnet ist. Nach ähnlichen sozialen Gesichtspunkten wird die Auswahl der hausinternen Auszubildenden getroffen, die in der Schreinerei und im Lager der MöbelHalle zum Holzmechaniker bzw. zur Fachkraft für Lagerlogistik ausgebildet werden. Jugendliche, die durch persönliche Merkmale besonders schwer einen regulären Ausbildungsplatz finden, werden bevorzugt.
Zeittafel der DRK-MöbelHalle
1989 Zu den Sozialendiensten des Roten Kreuzes gesellt sich im Kreisverband Böblingen der "Soziale Möbeldienst". Vom Landkreis Böblingen wird ein Lager im Maurener Weg 14 in Böblingen zur Verfügung gestellt. Der soziale Möbeldienst beschäftigte im Jahre 1989 sieben Langzeitarbeitslose, Sozialhilfeempfänger und Asylsuchende. Schon zu Beginn waren die räumlichen Gegebenheiten begrenzt, so dass in Gebersheim ein Außenlager angemietet werden musste, welches dem DRK-Kreisverband jedoch nur bis März 1990 zur Verfügung stand. 900 Möbelstücke konnten durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des sozialen Möbeldienstes an sozial bedürftige abgeben werden.
1990 Der Soziale Möbeldienst beschäftigte in diesem Jahr, jeweils zeitlich befristet vier schwervermittelbare Sozialhilfeempfänger, mit dem Ziel, sie wieder an das Arbeitsleben heranzuführen.
1991 Erhielt der Möbeldienst wieder ein Außenlage, so dass mehr Platz gewonnen werden konnte Neben der Abgabe von Möbelstücken an Sozialhilfeempfänger werden seit Oktober auch Möbel an Privatpersonen gegen eine Aufwandsentschädigung abgegeben. Meist handelt es sich hier um Personen aus dem sozial schwachen Bereich der Gesellschaft (Alleinerziehende, oder Aussiedler). Erstmalig beschäftigten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Möbeldienstes mit Wohnungsauflösungen und Umzugshilfen für Bedürftige. Der Möbeldienst holte 1991 1.617 Möbelstücke in die Möbelhalle.
1992 In diesem Jahr konnte der soziale Möbeldienst, der sich nun auch Möbellager nannte 2.412 gespendete Möbelstücke kostenlos abholen. Erstmalig veranstaltete das Möbellager die Hocketse "Kaufen Sie den Stuhl, auf dem Sie sitzen", die in Zukunft alljährlich stattfinden sollte.
1993 Endlich war es soweit, das DRK-Möbellager bekam neue Räume. Die Sindelfinger Zeitung berichtete hierüber am 17.05.1993: Mancher kennt ihn vielleicht, den Schuppen am Maurener Weg hinter dem Landratsamt, der immer bis unter die Decke mit alten Möbeln vollgestopft war. DRK-Möbellager hieß die Adresse, die der Enge wegen eine der feinsten nicht war. Damit ist jetzt Schluss: In einer riesigen, 2.000 Quadratmeter großen Halle auf dem früheren amerikanischen Reparaturwerksgelände hat der DRK-Möbeldienst eine neue Bleibe gefunden. Und weil es so herrlich geräumig, so übersichtlich ist und außerdem gerade Wochenende und schönes Wetter war und weil schließlich jedermann diese Institution kennen sollte, lud das Rote Kreuz kurzerhand für Samstag zur Einweihungshocketse. Aufgrund der neuen Räumlichkeiten nennte der DRK-Kreisverband Böblingen sein Möbellager um in DRK-Möbelhalle.
1994 Das Jahr 1994 war für die DRK-Möbelhalle insbesondere von der Umsetzung des im Jahr zuvor beschlossenen Qualitätsgedankens geprägt. Durch den seit Januar für das Team gewonnenen Schreinermeister konnte zunächst eine Grundausstattung der Werkstatt in Angriff genommen und mit der Einarbeitung der Mitarbeiter begonnen werden.
1995 brachte für die DRK-Möbelhalle einen enormen Zuwachs in allen Bereichen. Durch die Zunahme hochwertiger Spenden mussten zusätzlich 1000 qm Lagerfläche zur Mitte des Jahres in der Nachbarhalle angemietet werden. Eine gezielte Vorerfassung der angebotenen Spenden reduzierte den kostenpflichtigen Anteil an Sperrmüll und führte zu einer strafferen Logistik bei der kostenlosen Einholung der Möbel.
1996 Nachdem 1995 die Zahl der Spender und Käufer weiter zugenommen hatte, beschloss der Vorstand die Erweitung der Möbelhalle durch den Ausbau der Nachbarhalle. Mit den Bauarbeiten wurde im April 1996 begonnen. Außer einem technischen Leiter wurden über die Stelle "Hilfe zur Arbeit" acht langzeitarbeitslose Männer mit einem auf dreizehn Monate befristeten Arbeitsvertrag eingestellt. Damit erhöhte sich der Personalstand im Lauf des Jahres zeitweise auf knapp dreißig Personen. Unterstützung fand das Team durch die Schreinerei und deren Maschinenpark. Um die Baumaßnahmen möglichst reibungslos durchführen zu können, wurde zusätzlich eine kleine Schlosserwerkstatt eingerichtet, die künftig von allen Einrichtungen des Kreisverbandes genutzt werden kann.
1997 konnte der Verkauf zusätzlich in einer 2., wesentlich helleren Halle stattfinden. Damit kam das Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt, Arbeitsplätze für langzeitarbeitslose und schwervermittelbare Männer und Frauen zu schaffen, ein gutes Stück weiter. Der Mitarbeiterstand wurde auf durchschnittlich 40 Personen aufgestockt, davon bis zu 10 Frauen. Die Stelle "Hilfe zur Arbeit" vermittelte erstmals zwei ausgebildete Verkaufs- bzw. Verwaltungskräfte, die sich gut in das Team eingefügt haben. Gleichzeitig wurde der Anteil von Zivildienstleistenden entsprechend reduziert. Mit einem Schreinermeister, zwei Schreinern und einem Elektriker stand ein qualifiziertes Team zur Verfügung, das die Aufgabe der Re-Integration und Qualifizierung maßgeblich positiv beeinflusst.
1998 zwischenzeitlich sind in der MöbelHalle über die Stelle "Hilfe zur Arbeit" bis zu 32 Langzeitarbeitslose und schwervermittelbare Frauen und Männer beschäftigt. Als Ergebnis ihrer Qualifizierungstätigkeit präsentieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Anleitern und Betreuern auf über 2.000 qm ein ständig wechselndes Angebot gebrauchter, aufgearbeiteter und gereinigter Möbel. Im Dauerflohmarkt finden sich ständig neue Sonderangebote.
1999 fanden weitere Maßnahmen zur Qualifizierung und Re-Integration von langzeitarbeitslosen Frauen und Männern statt. Über die bisherigen Maßnahmen mit Unterstützung der Stelle "Hilfe zur Arbeit" des Landratsamtes wurden Maßnahmen im Rahmen der Programme der Bundesanstalt für Arbeit durchgeführt. Auf ABM-Basis wurde ein weiterer Sozialarbeiter eingestellt. Die MöbelHalle kann den derzeitigen Standort auf dem Flugfeld nicht mehr weiter betreiben. Als neuer Standort konnte ein Objekt in der Hanns-Klemm-Straße auf der Böblinger Hulb gefunden werden.
2000 Mitte April wurde mit den Umbauarbeiten in der Hanns-Klemm-Straße 31 auf der Hulb begonnen. Mit acht bis zehn Mitarbeitern im Dauereinsatz sind Umbauarbeiten und Gebäudeerhaltungsmaßnahmen in Abstimmung mit dem Abfallwirtschaftsamt durchgeführt worden. Am 22. Juli 2000 konnte der Betrieb am neuen Standort aufgenommen werden. Die Einweihung der MöbelHalle und des angrenzenden Wertstoffhofes war am 29. Juli 2000. Die Bevölkerung nimmt den neuen Standort der Möbelhalle gerne an und beurteilt diese durchaus positiv.
2001 wurde begonnen, die Strukturen der MöbelHalle unter die Lupe zu nehmen und zu optimieren. Dienstleistungen, wie Reparaturen von Kundenmöbeln und Fachbodenservice, werden neue in das Angebot der MöbelHalle aufgenommen. Eine gezielte Werbung und Öffentlichkeitsarbeit unterstützt die gute Arbeit und lockt neue Kunden in die MöbelHalle.
2002 Mit dem sogenannten "Harzkonzept" zeichnen sich Probleme für die MöbelHalle und alle Beschäftigungsgesellschaften ab, wenn die Zuständigkeit vom Landkreis zur Arbeitsverwaltung wechselt.
2003 Die im zurückliegenden Jahr aufgekommene Unsicherheit über die Fortführung von Beschäftigungsgesellschaften, also auch der MöbelHalle hinsichtlich des "Hartzkonzeptes", konnte noch immer nicht ausgeräumt werden, zumal noch keinem der Beteiligten klar war, wer zukünftig für die Vermittlung der Langzeitarbeitslosen verantwortlich zeichnet. Aufgrund der festen Zusage des Landkreises, die Zuschüsse für 2004, egal wie die gesetzliche Regelung aussieht beizubehalten, konnte der Kreisvorstand für das kommende Jahre "grünes Licht" für den Weiterbestand der MöbelHalle bis zunächst Ende 2004 geben. Zum 01.07.2003 hat die neu gegründete DRK-MöbelHallen gGmbH ihre Tätigkeit aufgenommen um noch effizientere Strukturen und kostengünstigere Leistungen anzubieten. Im Herbst wurde der langjährige Leiter der MöbelHalle, Lothar Kogel in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.
2004 konnten zwei Ausbildungsplätze für die Ausbildung zum Holzmechaniker geschaffen werden. Bei der Auswahl der Auszubildenden wurde darauf geachtet, zwei jungen Menschen diese Chance zu geben, die auf dem regulären Arbeitsmarkt wenig Aussichten auf einen Ausbildungsplatz gehabt hätten. Diese Jugendlichen bringen sehr unterschiedliche Probleme, wie zum Beispiel Sprach- oder Lernschwierigkeiten, mit sich. Des Weiteren konnten acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf den 1. Arbeitsmarkt vermittelt werden. Seit 2004 werden nun auch Möbel aus eigener Herstellung angeboten.
2005 Die 2003 aufgekommene Unsicherheit über die Fortführung von Beschäftigungs-Gesellschaften hinsichtlich des Hartkonzeptes konnte durch die Schaffung und Zuständigkeit der ARGE/Böblingen geklärt werden. Um die Qualifizierung und Ausbildung sicher stellen zu können, werden erstmals Gelder aus dem Europäischen Sozialfonds beantragt und bewilligt.
2006 zwischenzeitlich bildet die MöbelHalle 13 junge Menschen in den Bereichen Lagerlogistik oder Schreinerei aus. Im August 2006 wurde ein ESF (Europäischer Sozialfonds) Kombilohn-Projekt und im September ein ESF-Ausbildungsprojekt gestartet. Die Mitarbeiterzahl stieg auf 30 sozialversicherungspflichtige Arbeitsgelegenheiten und 13 Teilzeitstellen im Rahmen von 1,50-Euro-Jobs.
2007 Die Förderung des Europäischen Sozialfonds wurde 2007 für das Folgejahr 2008 nicht mehr genehmigt obwohl die 2006 begonnen und 2007 fortgeführten Projekte nachweislich zur Qualifizierung in der MöbelHalle beitrugen.

























