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22-jährige Erfolgsgeschichte geht zu Ende

DRK-MöbelHalle in Böblingen wird am 30. Juni 2012 geschlossen

"Nun ist leider eingetreten, was wir seit langem mit vereinten Kräften zu verhindern suchten: Die DRK-MöbelHalle, ein über 22 Jahre hinweg sehr erfolgreiches soziales Projekt und Aushängeschild unseres DRK-Kreisverbandes Böblingen, steht vor dem Aus. Der Betrieb lässt sich aus wirtschaftlichen und finanziellen Gründen trotz zahlreicher Rettungsversuche über den 30. Juni 2012 hinaus nicht mehr aufrechterhalten". Dies erklärte der DRK-Kreisvorsitzende und Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der DRK-MöbelHallen gGmbH, Michael Steindorfner, jetzt vor Journalisten in Sindelfingen. An der Pressekonferenz in der DRK-Kreisgeschäftsstelle nahmen auch die beiden Geschäftsführer der MöbelHallen gGmbH Wolfgang Breidbach (zugleich DRK-Kreisgeschäftsführer) und Hartmut Wollwinder (zugleich stellv. DRK-Kreisgeschäftsführer) teil

Michael Steindorfner teilte den Medien mit, daß der Vorstand des DRK-Kreisverbandes sowie die Gesellschafterversammlung der DRK-MöbelHallen gGmbH aus den genannten Gründen die Schließung der DRK-MöbelHalle zum 30. Juni 2012 beschlossen hätten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien daraufhin unverzüglich über die entstandene Situation unterrichtet worden.

Durch eine erhebliche Kürzung bei der Zuweisung von Langzeitarbeitslosen von 30 auf 16 Plätze sei  bereits vor rund zwei Jahren eine sehr kritische Entwicklung eingeleitet worden, erklärte Steindorfner vor der Presse. "Denn damit verbunden war zugleich eine Reduzierung der Zuschüsse für unsere Anleitungs- und Betreuungskräfte. Die Stellenreduzierung führte zu einer massiven Deckungslücke in den vergangenen beiden Jahren. Trotzdem haben wir versucht, mit diesen Defiziten zu recht zu kommen und alles zu unternehmen, um das Projekt DRK-MöbelHalle auch zukünftig am Leben zu erhalten."

Gravierende Änderungen in der Gesetzgebung zum 1. April 2012 hätten nun jedoch aktuell zur Folge, dass die finanziellen Mittel innerhalb des Job-Centers (der Agentur für Arbeit) erheblich umgeschichtet würden und die Bezuschussung der DRK-MöbelHalle durch das Job-Center am 30. März 2012 zu Ende gehen und völlig eingestellt werde.Der DRK-Kreisvorsitzende verkannte nicht, daß es einerseits sehr erfreulich sei, wenn die Arbeitslosigkeit in der Region Stuttgart deutlich abgenommen habe und in weiten Teilen des Landes Vollbeschäftigung herrsche. Aber andererseits führe diese Situation auch dazu, dass die noch verbliebenen Langzeitarbeitslosen keinerlei weitere Förderung mit Qualifizierungsmaßnahmen, wie sie das Rote Kreuz in der MöbelHalle anbiete, durch das Job-Center mehr erfahren würden. Vor diesem Hintergrund und der Tatsache, daß auch das Job-Center diese Konsequenz als unausweichlich dargestellt habe, belaufe sich das planmäßige Defizit für 2012 nach dem augenblicklichen Stand auf rund 300.000 Euro. "Das kann das Rote Kreuz aus eigener Kraft nicht mehr schultern," unterstrich der DRK-Kreisvorsitzende.  

 

"Wir haben in zahlreichen Gesprächen mit Landkreis, Job-Center und anderen alles versucht, eine finanzielle Perspektive für die DRK-MöbelHalle zu finden. Leider umsonst. In Anbetracht dieser Gesamtentwicklung haben Kreisvorstand und Gesellschafterversammlung schließlich keine andere Möglichkeit mehr gesehen, als die DRK-MöbelHalle zum 30. Juni 2012 zu schließen. Natürlich werden wir alle notwendigen Maßnahmen einleiten, um eine ordnungsgemäße Abwicklung zu ermöglichen. Dies betrifft vor allem unsere gezielte tätige Hilfe und persönliche Fürsorge bei der Vermittlung betroffener Mitarbeiter in andere Arbeitsstellen", betonte Michael Steindorfner.

Es sei ihm und den beiden Geschäftsführern nicht leicht gefallen, die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die entstandene Situation und die Schliessung zu informieren. "Es bedrückt uns  persönlich sehr, dass wir ein so erfolgreiches und gutes Projekt aufgeben müssen. Dies umso mehr, als die DRK-MöbelHalle in der langen Zeit ihres Bestehens ihre Aufgaben voll erfüllt und sich den Notwendigkeiten und Erfordernissen der Zeit jeweils erfolgreich angepasst hat. Dies gilt gerade auch für die  in der Vergangenheit sehr erfolgreichen Qualifizierungsmaßnahmen", sagte Steindorfner.

Der DRK-Kreisvorsitzende und DRK-Kreisgeschäftsführer Wolfgang Breidbach stellten in der Pressekonferenz mit Nachdruck fest, daß das Job-Center an der entstandenen Lage keinerlei Schuld treffe. "Im Gegenteil: Wir haben mit dem Job-Center und dem Landratsamt Böblingen stets sehr konstruktiv und vertrauensvoll zusammengearbeitet. Bis zum Schluss haben Clemens Wörner von der Job-Agentur und  Landrat Roland Bernhard gemeinsam mit uns versucht, Lösungen zu finden",  unterstrich Michael Steindorfner. Er ließ im übrigen keinen Zweifel daran, daß man in den verbleibenden neun Monaten alles nur menschenmögliche tun werde, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der MöbelHalle eine weitere berufliche Perspektive zu geben. "Das hat für uns erste Priorität", verdeutlichte der DRK-Kreisvorsitzende dieses Bemühen.

26. September 2011 12:00 Uhr. Alter: 149 Tage